Unsere Bildung, ein Erfolgsmodell

April 15, 2016

Die Schweiz gehört im internationalen Vergleich im Bereich Bildung zu den Besten, und die Bildung ist die Grundlage für das Erfolgsmodell Schweiz. Für Freisinnige und Jungfreisinnige sind folgende Forde-rungen essentiell: Ohne Rücksicht auf Geschlecht, Herkunft, soziales Milieu sollten alle Jugendlichen eine berufliche Grundausbildung oder Mittelschule absolvieren. Es sind klare Leistungsziele und deren regelmässige Überprüfung notwendig. Ein wichtiger Grundpfeiler sind die Basiskompetenzen, die es zu stärken gilt, d.h. die Sprachkompetenz in der Landessprache und die mathematisch-naturwissenschaft-lichen Kenntnisse. In diesem Zusammenhang erwähne ich die eingereichte Interpellation eines jungen Kantonsrates mit Migrationshintergrund, welcher verlangt, dass Migrantenkinder in der Volksschule zuerst ihre Muttersprache lernen sollen. Dies führt m. E. zu einem Zielkonflikt mit dem Sprachengesetz, und eine Garantie, dass sie anschliessend schneller die deutsche Sprache lernen, ist nicht gegeben. Auch könnten die Kinder überfordert sein, wenn sie die Grammatik der eigenen Muttersprache, der deutschen und von Fremdsprachen lernen müssen. Ohne das Beherrschen der deutschen Sprache bleiben die Ausbil-dungsmöglichkeiten aber beschränkt. Des Weiteren ist das duale Bildungssystem ein Erfolgsfaktor und muss gestärkt werden, da es von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung ist. Das aktuelle Thema „Früh-französisch“ führt zu Diskussionen. Freisinnige und Jungfreisinnige wollen das Frühfranzösisch beibehal-ten. Mit der Überführung auf die Sekstufe 1 wäre der Kanton Thurgau im Alleingang unterwegs. Dies würde dazu führen, dass bei einem Kantonswechsel die Mobilität für Familien mit schulpflichtigen Kindern erschwert wäre. Zudem wäre diese Umstellung mit Mehrkosten verbunden, da die finanziellen Investitio-nen ins Frühfranzösisch abgeschrieben und neue Lehrmittel beschafft werden müssten. Weiter droht die Gefahr, dass bei einem Thurgauer Alleingang der Bund einschreitet und die traditionelle Schulhoheit der Kantone einschränkt.


Weniger Ausbildungsgeschenke, mehr Bildungsguthaben
Des Weiteren schlagen die Jungfreisinnigen Thurgau in ihrem Parteiprogramm die Einführung von Bil-dungsguthaben vor und unterscheiden sich damit von der Mutterpartei! Das Ziel ist, dass zwischen den verschiedenen Schulangeboten eine Konkurrenzsituation entsteht und somit die Nachfrage das Angebot bestimmt.


Bei Geburt sollte jedes Kind ein Bildungsguthaben für die Finanzierung seiner Erstausbildung erhalten. SchülerInnen und Studenten entschädigen öffentliche Schulen für ihre genutzten Angebote und nicht mehr der Staat durch Subventionen. Eine Voraussetzung: öffentliche und private Bildungseinrichtungen sind gleichgestellt und die Schule kann frei gewählt werden.

Die Mittel für diese Bildungsguthaben stammen wie heute von den allgemeinen Steuereinnahmen.
Die Höhe dieses für alle gleichen Bildungsguthabens wird an den Kosten bis zur akademischen Erstaus-bildung (Bachelor) bemessen. Gemäss Statistik könnte das ungefähr bedeuten: Die Kosten pro Person pro Jahr belaufen sich Stand 2012 in der Obligatorischen Schule (Thurgau) auf 14‘600 CHF, in der Se-kundarschule 2 (Schweiz) auf 18‘869 CHF und auf der Tertiärstufe (Schweiz) auf 31‘673.- CHF. Das macht somit insgesamt ca. 300‘000 CHF.


Das Bildungsguthaben steht vom Kindergarten, über Volks-, Mittel- und Berufsschule bis zur Universität zur Verfügung. Ist das Bildungsguthaben noch nicht aufgebraucht z.B. bei Berufsleuten, kann entweder eine Weiterbildung oder eine Unternehmensgründung damit finanziert werden. Das Guthaben kann den Bedürfnissen entsprechend eingesetzt werden. Unter den Bildungseinrichtungen entsteht ein Wettbewerb und die Bildungsqualität rückt dadurch in den Fokus.

Nazmije Ismaili, Mitglied Vorstand Jungfreisinnige Thurgau

Please reload

© 2023 by Jungfreisinnige Thurgau.