Corona-Pandemie: Jetzt müssen wir unsere AHV mit der "Renteninitiative" retten

March 25, 2020

In den letzten Wochen jagte eine schlechte Nachricht die andere. Immer mehr Folgen der Corona-Pandemie werden aufgedeckt. Stark betroffen ist nach neusten Erkenntnissen auch unsere Altersvorsorge. Ohnehin sind deren Zukunftsaussichten stark getrübt, rechnet der Bund doch bereits jetzt mit einem negativen Umlageergebnis des AHV-Fonds von 1.4 Milliarden Franken für 2025 und dies bei einer optimistischen wirtschaftlichen Entwicklung. Konjunkturexperten gehen jedoch bereits heute auch in der Schweiz von einer bevorstehenden Rezession aus. Unabhängig wie stark diese ausfallen mag, die Auswirkungen auf die erste Säule wären gravierend.

 

Neben diesen besorgniserregenden Prognosen verhalten sich auch die derzeitigen AHV-Einnahmen rückläufig. Diese setzen sich aus Lohnbeiträgen, Mehrwertsteuereinnahmen und weiteren Abgaben zusammen. Geringere Löhne und ein stark gehemmter Handel sind Gründe für die sinkenden Zahlen. Vorerst sind die laufenden Renten gesichert, doch kommt der AHV-Fonds in einen Liquiditätsengpass, müsste er Wertschriften mit allenfalls hohen Verlusten verkaufen. Dies würde unsere Altersvorsorge noch unsicherer machen.

 

Der Reformbedarf des wichtigsten Schweizer Sozialwerks wird immer dringender. Angesichts der weitgehenden Probleme, werden kurzfristige Finanzspritzen und andere Massnahmen der «Pflästerli-Politik» keine nachhaltigen Lösungen mit sich bringen. Stattdessen sind strukturelle Veränderungen unumgänglich und geben Aussicht auf Sicherheit. Diese strukturellen Verbesserungen bringt die Renteninitiative der Jungfreisinnigen. Diese sieht vor, dass in kleinen Schritten das Referenzalter der Pensionierung von Frau und Mann gleichgesetzt und auf 66 erhöht wird. Davon nicht betroffen sind selbstverständlich Berufe, die bereits heute andere Regelungen besitzen, wie beispielsweise in der Baubranche. Um eine nachhaltige und sichere Altersvorsorge langfristig zu gewährleisten, wird im Anschluss zudem das Referenzalter an die Lebenserwartung gekoppelt.

 

Damit können die strukturellen Probleme der AHV endlich langfristig gelöst werden. Statt Verluste in Milliardenhöhe zu schreiben, bleibt der AHV-Fonds auch in herausfordernden Zeiten im auszahlungsfähigen Bereich. Das heisst, wir alle können auf die AHV während unserer Pension zählen, ohne Angst vor Kürzungen haben zu müssen.

 

Die Sammelfrist der «Renteninitiative» wurde jedoch bis auf Weiteres wegen des Coronavirus vom Bundesrat unterbrochen, selbstverständlich im Interesse der gesamten Bevölkerung und der Initianten. Doch wenn sich die Lage in der Schweiz wieder ein wenig normalisiert hat, gilt es keine Zeit zu verlieren, um die so wichtigen Veränderungen anzupacken und die Initiative zu unterschreiben. Denn es ist im Interesse von uns allen, eine nachhaltig funktionierende Altersvorsorge zu haben.

Ramon Weber
Vizepräsident Jungfreisinnige Thurgau

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