Ultimatum für eine föderalistische Lösung zu den Abschlussprüfungen

April 26, 2020

In den vergangenen Tagen wurden seitens Schülerschaft der Mittelschulen die Stimmen laut, die Maturitätsabschlussprüfungen landesweit abzusagen. Die Jungfreisinnigen Thurgau verstehen die Anliegen und Sorgen der Schülerinnen und Schüler und setzen sich für eine rasche Klärung der Umstände ein. 
 
Der Kanton Thurgau soll noch in dieser Woche klare Angaben zu den Prüfungen kommunizieren, sodass sich die angehenden Maturandinnen und Maturanden ausreichend darauf vorbereiten können. Deren Argumente sollen zudem in den Entscheidungsprozess des Regierungsrats miteinbezogen werden.
 
Jedoch unterstützen wir ausschliesslich eine Lösung auf kantonaler Ebene und keine nationale Einheitslösung. Das Bildungswesen ist in der Schweiz aus gutem Grund föderalistisch geregelt. Es macht somit auch Sinn, dass diejenigen Personen den Entscheid zu den Abschlussprüfungen fällen, in deren Zuständigkeitsbereich diese liegen. Mit der eidgenössischen Bildungsdirektorenkonferenz existiert zudem ein Organ, welches den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen gewährleistet. Wenn hingegen der Bundesrat den Entscheid fällen müsste, würde ihm ein sachfremdes Dossier in die Hand gedrückt werden. Ob dieser sich dann gegen oder für Abschlussprüfungen entscheiden würde, bleibt offen. Klar ist dann jedoch, dass nicht mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler an den verschiedenen Schulen eingegangen werden kann – ohne Ausnahmen. Dies ist wohl nicht im Sinne der Schülerschaft.
 
Aus diesem Grund appellieren wir an alle angehenden Maturandinnen und Maturanden: Setzt euch für eine kantonale Lösung zu euren Abschlussprüfungen ein. Präsentiert den Regierungsräten eure Argumente und versucht sie von eurer Sichtweise zu überzeugen. Wir glauben an eine zufriedenstellende Lösung für alle Parteien.

Ramon Weber, Vizepräsident

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